{"id":918,"date":"2010-10-08T16:50:24","date_gmt":"2010-10-08T14:50:24","guid":{"rendered":"http:\/\/clonkspot.org\/blog\/?p=918"},"modified":"2025-05-15T11:40:19","modified_gmt":"2025-05-15T09:40:19","slug":"spektuakulaere-prunkturmruinen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/clonkspot.org\/blog\/2010\/10\/08\/spektuakulaere-prunkturmruinen\/","title":{"rendered":"Spektakul\u00e4re Prunkturmruinen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/clonkspot.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/turmruinenheader2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-938\" title=\"turmruinenheader2\" src=\"https:\/\/clonkspot.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/turmruinenheader2.jpg\" alt=\"\" width=\"746\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/clonkspot.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/turmruinenheader2.jpg 746w, https:\/\/clonkspot.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/turmruinenheader2-300x80.jpg 300w, https:\/\/clonkspot.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/turmruinenheader2-540x144.jpg 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zu Anfang: Ich bin unzufrieden mit gewissen Artikeln, bez\u00fcglich des Gr\u00fcnden eines Projektes. Ja, mir st\u00f6\u00dft es sauer auf, wenn ich den <a href=\"http:\/\/clonkblog.bplaced.net\/2010\/10\/mein-erstes-clonk-projekt\/\">Artikel <\/a> auf clonkblog lese. Ich will nicht mit den Finger wedeln, aber so ist das nun einmal. Und bevor ich mich jetzt wieder wie \u00fcblich in eine Relativierungsorgie hineinschreibe, ob man etwas negatives \u00fcber andere losl\u00e4sst oder nicht, fange ich einfach an.<\/p>\n<p>Das ist keine Knigge, ich will nur meine Gedanken dazu schildern. Ich denke ich \u00a0brauch auch gar nicht anfangen mit &#8222;Was z\u00e4hlt als Projekt?&#8220; oder \u00e4hnlichem Quatsch, das ist allen hinl\u00e4ngst bekannt. Mir geht es viel mehr um den Prozess der Entwicklung. Also, ganz simple Kiste. Eigentlich.<\/p>\n<ul>\n<li> So viel sei gesagt, wer nichts kann, der hat auch nichts zu pr\u00e4sentieren. Und das bedeutet \u00fcben. In eigenen, kleinen Projekten, von mir aus Testszenarien, nennt es wie ihr wollt. Setzt euch kleine Ziele auf einer virtuellen Roadmap, arbeitet diese ab und schaut was am Ende rauskommt. Jedenfalls, wenn ihr dann ein Projekt im Kopf habt, dann fragt euch wirklich tiefgr\u00fcndig, ob es eventuell Sinn macht so etwas umzusetzen. Und fragt euch nur das. Das euch die Idee super gef\u00e4llt ist keine Frage, ihr habts ja schlie\u00dflich in Film xy oder Spiel zx gesehen &#8211; ha. Arbeite ein Konzept aus und zwar mehrschichtig. Lege dir Ziele fest, Meilensteine, schreibe dir auf, was du erwartest und was am wichtigsten ist: Versuche M\u00f6gliche Probleme vorauszuahnen. Wenn deine Probleme damit anfangen, dass du ein paar Mitarbeiter brauchst, solltest du nochmal zum ersten Schritt zur\u00fcckkehren.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Hast du die Konzeptphase abgeschlossen, dann mach dich ans Projekt.<em> Falsch<\/em>. Pr\u00fcfe das Konzept, ob es auch wasserfest ist. Schalte deine subjektive Einstellung zum Projekt aus und geh sachlich ran. Frage dich ernsthaft, ob die Dinge, die du da erwartest und vor hast Sinn machen. Gibts die eventuell schon? Und wenn ja, gibts bei diesen Sachen dann Probleme, die man vielleicht besser, oder anders l\u00f6sen k\u00f6nnte? Was sind denn die Einschr\u00e4nkungen der Engine, wo h\u00f6rt das Konzept auf, wenn wir uns klar machen, dass der Raum beschr\u00e4nkt ist. Clonk ist (noch) keine 3D-Software.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Wenn du denkst, dass du bereit bist, dann fang an. Aber geh nicht zu sehr in die Details. Ich w\u00fcrde gerne mal ein bisschen weiter ausholen, n\u00e4mlich in meine 3D Arbeit. Sicherlich hat jeder Projekte, die man meist nur halbherzig angeht, und die nicht so fertig werden wollen. Und genau jetzt fange ich wieder an zu relativieren. Furchtbare Angewohnheit. Wie auch immer, irgendwann kommt jeder an den Punkt, wo er seinen ann\u00e4hernd idealen Workflow findet. Meistens gibt es fast nur einen goldenen Weg: Arbeiten mit Dummies, Grundger\u00fcste aufbauen, dann in die Details gehen. Und jetzt werde ich noch mehr ausholen: Stell dir einmal vor, du siehst dem Bau einer gigantischen Kathedrale zu. Von Anfang an. Was macht denn der Baumeister. Er hat nun den Auftrag bekommen so ein Dingens zu bauen. Zuerst werden Pl\u00e4ne gemacht. Diese werden dann verfeinert, auf Schwachstellen gepr\u00fcft. Ist das alles abgeschlossen wird die Fl\u00e4che planiert, es wird geplant wo die Rohstoffe lagern, wie die tempor\u00e4ren Arbeitswege verlaufen und so weiter. Sch\u00f6n und gut, aber nun der Link zur virtuellen Welt: R\u00e4um deinen PC auf! Mach dir einen Platz \u00a0f\u00fcr dein Projekt, fange an Ordnerstrukturen aufzubauen. Wenn dir das schwer f\u00e4llt, dann nimm Stift und Zettel, und schreibe das Projekt nun auf diese Weise auf. Nicht alles auf eine einzige Seite, sondern auf verschiedenen. In einem System, vielleicht sogar direkt mit einer Ablage zum sortieren. Klar ist das aufwendig, wer jetzt schon nicht mehr will, der kehrt zur\u00fcck zum ersten Punkt. Oder am Besten noch einen Punkt davor. Zur\u00fcck zum Beispiel der Kathedrale. Nach dem Planieren und dem Einrichten der Wege, wir das Fundament gebaut. Und jetzt musst du genau hinsehen. Das Fundament muss tausende von Tonnen tragen. Nat\u00fcrlich muss es stabil sein, der Boden darf nicht versandet sein. Vielleicht wird dann das ganze Geb\u00e4ude mit der Zeit absacken, in Schieflage kommen und m\u00f6glicherweise irreparabel besch\u00e4digt werden. <a href=\"https:\/\/clonkspot.org\/blog\/2010\/06\/07\/die-kurve-des-grauens\/\">Die Kurve des Grauens<\/a> im Architekturwesen, oder so. Das Fundament tr\u00e4gt, es bildet die Grundlage. Stimmt das Fundament nicht, dann wird das Geb\u00e4ude nichts. Noch wichtiger: Ist das Fundament in Ordnung, aber der Boden darunter nicht, wird das Projekt kippen. Fundamentale Einsichten sollten jetzt manchen kommen. Hoffentlich.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Zur\u00fcck zum Beispiel in einem 3D Projekt. Wie gesagt versuche ich gro\u00dfe Szenen erst einmal mit Dummies zu bestreiten. Ich schiebe mir ein paar W\u00fcrfel in etwa so hin wie ich es gerne h\u00e4tte, stelle mir vor was die Dummies repr\u00e4sentieren sollen, zupfe hier und da. In manchen F\u00e4llen ist es notwendig die W\u00fcrfel etwas zu meiseln, damit die Formen und Proportionen besser r\u00fcberkommen. Dann w\u00e4hle ich eine Perspektive, einen Ausschnitt, versuche das Motiv in Szene zu setzen. Ab diesem Punkt fange ich an mir langsam Details \u00fcber Eyecatcher zu machen. Vielleicht sogar \u00fcber Lichstimmung. Texturen werden noch nicht gemacht, die kommen sp\u00e4ter. Viel sp\u00e4ter. Wir haben also jetzt den Gedankensprung Clonkprojekt_3D Projekt_Kathedralebau. Tolles Ding. Und ich muss jetzt alles zu einem grandiosem Finale zusammenschustern, was am Ende noch eine lehrreiche Pointe hat. Gute Nacht. Also, versuchen wir uns wieder neben das gro\u00dfe Bauprojekt zu stellen. Das Fundament steht, es werden Grundsteine gelegt. Hier und da wachsen W\u00e4nde hoch, es werden f\u00fcr Einrichtungen Holzst\u00e4be gesteckt, die markieren sollen, wo z\u00fcnftige W\u00e4nde verlaufen. Bald wachsen Kreuzg\u00e4nge, kleine Zusatzgeb\u00e4ude und \u00e4hnliches aus dem Boden. Hast du was bemerkt? Nein? Wo sind denn die Bildhauer, die sch\u00f6ne Wandreliefs und ansehnliche Details aus dem Rohmaterial hauen? Keiner da? Das muss so sein. Stell dir mal vor, es w\u00e4ren Roh- und Feinbau nebeneinander. Das w\u00e4re keine friedliche Symbiose. Die gr\u00f6beren Arbeiten, bei denen schon mal gr\u00f6\u00dfere Steine wieder abgehauen werden, damit sie passen k\u00f6nnten die kleinen Details die nebenher wachsen besch\u00e4digen. Es ensteht ein gravierender Schaden, im schlimmsten Fall m\u00fcssen die Details noch einmal ganz neu geplant und gemeiselt werden. Erkennst du die Parallele zum Clonkprojekt? Wenn du zu fr\u00fch mit Details anf\u00e4ngst, verf\u00e4ngst du dich vermutlich darin, die gro\u00dfen W\u00e4nde m\u00fcssen warten, am Ende muss das gro\u00dfe Konzept an diese winzigen Details neu angepasst werden. Die m\u00e4chtige Kathendrale ist letzten Endes 5m hoch, aber die Eingangst\u00fcr ist ziemlich h\u00fcbsch verziert. Das sieht ja gar nicht aus.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ich denke es ist klar, die Strukturen und Ger\u00fcste m\u00fcssen erst einmal stehen. Kein Dachdeckermeister w\u00fcrde anfangen mit Schindeln auf die Leiter zu klettern, wenn kein Dachstuhl existiert. Aber moment, noch ein Beispiel vertrage ich nicht, wir bleiben bei unseren dreien. Und da gehen wir zur\u00fcck zum 3D Projekt: Ist das Modelling zum gr\u00f6\u00dften Teil abgeschlossen, dann folgen die Details. Und danach auch die Texturen, denn dann sind die Objekte fertig. Wenn sich etwas \u00e4ndert, dann sind das i-T\u00fcpfelchen, mehr nicht. Und hey, was ich vergessen habe zu sagen: Jede Phase ist toll, es gibt keine &#8222;urk, ich muss erstmal da durch und dann wird die Sonne scheinen&#8220;. Wenn man mit gen\u00fcgend Selbstdisziplin jede Phase absolviert, dann freut man sich auch automatisch auf die n\u00e4chste und ist froh, dass die vorherige Phase endlich abgeschlossen ist.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>So eine Kathedrale lebt nat\u00fcrlich von ihrer M\u00e4chtigkeit, ihrer Gr\u00f6\u00dfe, man sieht sie schon von weitem, wie sie einem entgegenstrotzt. Aber stell dir vor, du gehst einen langen Weg, bis du endlich dort angekommen bist. Und nun, da ist sie. Zwar immer noch gro\u00df, aber eigentlich nicht gerade liebevoll. Keine Wandgem\u00e4lde, kein Geschn\u00f6rkel, kalt und leer. War da wirklich ein K\u00fcnstler am Werk? Du siehst, auch f\u00fcr Details sollte man sich Zeit nehmen. F\u00fcrwahr, f\u00fcr alles gibt es eine Zeit. Nur muss man erst einmal andere Dinge tun, wenn es dann so weit ist, dann hat man den Kopf frei und kann sich wirklich auf die Details konzentrieren. Geh auch mal einen Schritt zur\u00fcck, betrachte dein Werk. Lass dir vor allem Zeit dabei. Geh es sachlich an, aber auch mit subjektiven Empfindungen. Schau auf das zur\u00fcck was du erreicht hast, dann wird es dir leichter fallen das was noch ansteht mit neuem Schwung zu nehmen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und dabei ist es egal, ob es ein Kathedralenbau, ein Clonkprojekt, oder sonstiges was du im Leben tust gemeint ist. Viele Aspekte dich erw\u00e4hnte kann man auf das allt\u00e4gliche Leben anwenden. Zumindest macht man sich so vieles einfacher, wenn man plant &#8211; ja die Kosten berechnet, bevor man einen Turm anf\u00e4ngt zu bauen. Sonst steht am Ende ein halbfertiger Turm da und keinem ist geholfen. Ich brauch jetzt erst einmal eine Pause, aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. (Und he, das f\u00fcge ich jetzt noch an: Pausen sind ebenfalls wichtig. Leg dich nicht hin, sondern ruhe nur ein bisschen, dann mach weiter. Je l\u00e4nger die Pause dauert, um so schwerer ist es wieder hochzukommen.)<\/p>\n<p>Fortsetzung gibt&#8217;s<a href=\"https:\/\/clonkspot.org\/blog\/2010\/10\/10\/salzige-fengshu\u01d0-torten\/\"> hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Anfang: Ich bin unzufrieden mit gewissen Artikeln, bez\u00fcglich des Gr\u00fcnden eines Projektes. Ja, mir st\u00f6\u00dft es sauer auf, wenn ich den Artikel auf clonkblog lese. Ich will nicht mit den Finger wedeln, aber so ist das nun einmal. 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